





Mit Linienbussen erfassen Forschende Insektenvielfalt: DNA von Windschutzscheiben zeigt über 3.700 Arten in Österreich.
Insekten sind die kleinen, unermüdlichen Motoren unserer Ökosysteme – und trotzdem wissen wir oft viel zu wenig über ihre Verbreitung. Klassisches Monitoring ist mühsam: Tausende Arten sammeln und bestimmen? Eine Mammutaufgabe! Das Team vom Institut für Zoologie der Universität Innsbruck hatte jedoch eine clevere Idee: Postbusse als Insektensammler.
Während die Busse quer durch Tirol, Kärnten, Ober- und Niederösterreich rollen, landen auf ihren Windschutzscheiben unzählige Insekten. Dieser „Roadkill“ wird nicht einfach achtlos weggeputzt – er wird wissenschaftlich ausgewertet. Die Forscher:innen waschen die Scheiben, isolieren die DNA aus den Überresten und bestimmen so, welche Arten unterwegs waren.
Das Ergebnis für 2024: Über 3.700 verschiedene Insekten- und Gliederfüßerarten (Abbildung 1)! Manche sind überall vertreten, andere nur regional.
Die Erkenntnis: Mit dem Insekten-Bus-Monitoring lassen sich Veränderungen der Insektenvielfalt großflächig, schnell und zuverlässig erfassen – eine echte Pionierarbeit, die uns helfen wird, Insekten in einer sich rasch veränderten Welt besser zu schützen und zu verstehen.



